Apriach (Heiligenblut, Österreich)

02.01.2010

 

Heute starten wir um 05:15 Uhr Richtung Heiligenblut. Diesmal nicht mit unserem Duc. Wir wollen auf eine Alm die 1700 m hoch liegt. Dort sind wir vor unserem Wohmo Leben schon 5 mal gewesen und die Hütte hat uns immer wieder fasziniert. (Hüttenurlaube in Apriach: 12. – 26.07.2003, 05. – 19.06.2004, 05.01. – 14.01.2006, 12.10. – 21.10.2006, 18.08. – 01.09.2007, 02.01. – 17.01.2010) Wir haben sie zu jeder Jahreszeit besucht und der Januar 2006 hat uns besonders gut gefallen. Deswegen hat Manni im Herbst beschlossen: Da müssen wir noch mal hin. So haben wir unseren Sohn gefragt ob er uns seinen Audi für diese Zeit leiht. Er und seine Freundin müssen in der Zeit mit unserem kleinen Twingo auskommen. Der Duc würde die Steigung, gerade im Winter, wohl nicht schaffen. Außerdem ist die Hütte einfach zu urig. Im Winter gibt es keinen Strom (Solarzelle zugeschneit, ansonsten Strom sowieso nur für Licht), kein fließendes Wasser. Das muss Manni von einer ca. 100 m entfernten Quelle holen. Bedeutet: Duschen nur mit Waschlappen am Waschbecken. Fönen ist nicht, das Haar wird einfach durch drücken in Form gebracht….Das Wasser wird vorher auf dem Ofen heiß gemacht. Dieser Ofen beheizt auch das Bad. Also steht auf dem Ofen stets ein Einkochkessel, somit hat man immer warmes Wasser.

Wir freuen uns tierisch auf die Hütte. Wilko wird hier auch ein paradiesisches Leben haben.

Und nun zur Wirklichkeit. Wir kommen erstaunlich gut durch obwohl hinter der Mosel Schneefall einsetzt. Doch dann geht es los. Auf der A8 von Aichelberg an haben wir 20 km stockenden Verkehr. Danach geht es gut bis kurz vor München. Ab der A99 bis München Süd nur stockender Verkehr. Muss doch mal besser werden. Aber nein. Ab dem Kreuz München Süd 100 km Stau bis Bad Reichenhall. Zum Glück wollen wir ja ab dem Inntaldreieck auf die A 93 Richtung Kufstein wechseln. Doch auch dort: Stau ohne Ende. Wir wollten gegen 15 Uhr an der Hütte sein, doch das wird wohl nichts. Ab Kufstein Süd geht es auch über die Bundesstraßen nur im Schritttempo bis St. Johann in Tirol. Es ist jetzt aber auch schon 17 Uhr und unsere Ankunft ungewiss. Wir haben schon mehrfach mit Thomas, unserem Hüttenwirt telefoniert. Er soll ja nicht unnütz für uns anheizen. Die Felbertauernstraße ist relativ gut zu fahren, nur am Pass Thurn sind die Straßen geschlossen schneebedeckt. Ansonsten viel Schneematsch und Glätte. Nach der Mautstelle ist zwar immer noch Schnee auf der Fahrbahn, es lässt sich aber nach kurzer Zeit besser fahren. Schlecht ist die Dunkelheit. Man kann die Fahrbahnverhältnisse nicht mehr so richtig einschätzen.

Gegen 18:50 Uhr erreichen wir Heiligenblut. Thomas haben wir informiert und wir treffen uns an der Volksschule in Apriach. Er ist mit seinem Sohn gekommen und gemeinsam wollen sie uns hoch bringen. Thomas fragt Manni ob er den Audi fahren soll. Manni willigt ein und wir sollen, wegen dem Gewicht, mit seinem Sohn (All-Rad) mitfahren. Wilko bleibt im Audi. Nach der ersten Steigung hält Thoms Sohn kurz an um auf All-Rad zu wechseln. Das kann Thomas im Audi nicht ausgleichen. Er muss noch mal ein Stück zurück um neuen Anlauf zu nehmen. Doch ab da folgt er uns, manchmal etwas zurück aber immer dran. Das All-Rad Auto dreht sogar manchmal durch.

Um 19:30 Uhr sind wir oben angekommen und der Audi wird geparkt. Thomas Sohn spendiert mit Vaters Auto Licht für den Abgang zur Hütte. Die beiden sind so lieb mit Manni alles Gepäck zu tragen. So trage ich nur was ich im ersten Schwung in den Händen habe. Ich soll dann mit Wilko auf der Hütte bleiben. Die Männer machen den Rest. An dieser Stelle noch einmal einen ganz herzlichen Dank an Thomas und seinen Sohn.

Und dann die Überraschung. Es hat sich viel auf der Hütte verändert. Im Herbst wurde Strom gelegt. Dadurch ist jetzt auch im Winter fließendes Wasser, duschen, fönen, Handy laden etc. möglich. Wir sind eigentlich entsetzt. Hatten wir doch unsere Hüttenromantik von vor 4 Jahren in Erinnerung. Aber dem zum Trotz. Die Abende werden wir bei Kerzenschein verbringen.